Veränderung – Versöhnung?

Veränderung ist so relativ.
Ist sie gut, ist sie schlecht? Unberechenbar, schrecklich, unaufhaltsam, erlösend. Sind es die kleinen Dinge, mal wird das große Ganze in Frage gestellt. Für mich ist Veränderung bisher nur Bedrohung gewesen. Sie tat weh, machte mir das Leben schwer. Warum!? Man weiß erst im Nachhinein, dass es vor einem Jahr so viel schöner, einfacherer, lustiger war. Wie gern wäre ich wieder naiv. Ich würde einfach die Augen vor dem Schlechten im Menschen schließen und erst wieder aufmachen, wenn die Sonne wieder scheint. Und das Schlimmste ist, wenn man die Veränderung, die ein klares, gutes Ziel vor Augen hat, beinah erreicht hat, man denkt, dass Leben könnte nun nur noch schöner werden, diese Veränderung einer anderen, traurigen, zerreißenden Veränderung Platz macht. Wenn man diese zweite Veränderung – etwa den Verlust der besten Freundschaft, die man sich hätte erträumen können – nicht aufhalten kann; wenn diese Veränderung wegen etwas nicht mal halb so…eher 1/16 so Wichtigem herrührt, ist das so traurig, dass man es nicht in Worte fassen kann.

Und trotzdem will man nicht aufgeben. Nicht den Menschen, den man als einziges wirklich liebt (lieben auch auf Freundschaft bezogen) zu verlieren. Nicht so leiden, wie man noch nie gelitten hat. Nicht in sich zusammenklappen und nie wieder herauskommen wollen.
Weil es weh tut, weil es unverständlich ist, weil man es nicht begreifen kann. All die Stunden, Tränen und Gedanken. Weg. Sinnlos. Für nichts und wieder nichts weggeworfen. Einfach so, als wären sie ein Stück Papier, das man beschrieben hat und dadurch für das weitere Leben unbrauchbar wurden.

Durch Lügen das einzig Konstante im Leben verlieren. Ich glaube, niemand versteht, was Lügen für mich bedeuten. Wenn man mich belügt, ist für mich alles weg. Das Vertrauen, die Zuneigung, alles. Weil ich mich frage, was ich falsch gemacht habe, dass man mich anlügen muss.  Was habe ich getan? Wenn man hier gelogen hat, wo noch? Was habe ich einfach so abgenickt, weil ich dachte, man könnte sich blind vertauen? Ich bin nicht mit Lügen aufgewachsen. Ich kann das nicht. Vor Freunden Notlügen – ok, Die Familie – unmöglich. Einfach weil ich weiß, dass ich auch einfach die Wahrheit hätte sagen können. Nichts kann so grausam sein, wie im Nachhinein eine Lüge aufzudecken. Lieber gemeinsam mit der Wahrheit klar kommen als alleine mit der Lüge leben.

Diese plötzliche Einsamkeit ist gruselig… auch irgendwie eklig. Und dann macht man das, was man immer tut, um sich zu schützen: Sich die Sachen gut reden. Es ist alles nicht so schlimm, wir stehen das durch, alles halb so wild.

Versöhnen, einfach vergessen – wie gern ich das jetzt täte. Aber macht man es dann dem anderen nicht zu leicht? Man kann nicht ohne Konsequenzen leben.

Eine Entscheidung für etwas ist immer eine Entscheidung gegen alles andere. 

Ich will sie zurück, aber sie tut mir weh.

Versöhnung?

Lasst von euch hören,
Eure Lulani

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